Jugendstrafrecht und zivilrechtlicher Kindesschutz: Braucht es beides für eine gute Qualität im Kindesschutz?

Qualitäts-Werkstatt in Rheinfelden: Jugendstrafrecht und zivilrechtlicher Kindesschutz: Am Mi. 30. Mai 2018 diskutieren wir über das Spannungsfeld zwischen Jugendstrafrecht und zivilrechtlicher Kindesschutz

Bezirksgericht Rheinfelden, Hermann Keller-Strasse 6, 4310 Rheinfelden

Mittwoch, 30. Mai. 2018
17.30 bis 19.00 Uhr

Zivilrechtliche Kindesschutz und Jugendstrafrecht haben eine gewisse Ähnlichkeit. So gibt es diverse Berührungspunkte der beiden Rechtsbereiche. Es finden sich Parallelen in der grundlegenden Zielsetzung der Gesetze, der Abklärung, aber auch in den Massnahmen: Die persönliche Betreuung und die Erziehungsbeistandschaft sind ebenso ähnlich, wie die Unterbringung und die Platzierung infolge eines Aufenthaltsbestimmungsrechtsentzuges. Hinzu kommt, dass für Minderjährige bei Taten, die sie vor ihrem 10. Altersjahr begangen haben, nicht die Jugendstrafbehörde, sondern die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zuständig ist. Diese Parallelen löst der Gesetzgeber mit einer Zusammenarbeitsnorm in Art. 317 ZGB und in Art. 20 JStG.
Im Rahmen der Qualitäts-Werkstatt wird den Fragen nachgegangen, ob beide staatlichen Interventionsmöglichkeiten für einen qualitativ guten Kindesschutz sinnvoll, bereichernd oder eher hinderlich sind bzw. welche Vor- und Nachteile diese beiden Ansätze haben. Zudem sollen auch die effektive Zusammenarbeit der Behörden bzw. der beiden Bereiche angesprochen, diesbezügliche Erfahrungen und Erwartungen thematisiert und ausgetauscht sowie im Hinblick auf eine hohe Qualität im Kindesschutz beurteilt werden.

Inputgeber/innen
Corina Matzinger Rohrbach, lic. iur., Leitende Jugendanwältin, Baselland
Jürg Vögtli, lic. iur., Rechtsanwalt; VDM Präsident KESB Olten-Gösgen

Moderation
Helga Berchtold und Patrick Fassbind (Vorstandsmitglieder IGQK)

Kosten
keine

Zielgruppe
Die Qualitäts-Werkstatt adressiert Fachpersonen unterschiedlicher Professionen und Disziplinen des zivilrechtlichen, strafrechtlichen und freiwilligen Kindesschutzes mit Abklärungs-, Unterstützungs- und Entscheidungsaufgaben im Kindesschutz sowie weitere Interessierte.

Qualitäts-Werkstätte
Die Inputgeber/innen bilden mit Ihren mündlichen Kurzinputs eine fundierte Grundlage, damit die Anliegen und Fragen der maximal 25-30 Teilnehmenden zum betreffenden Thema gesammelt, spontane Kontextualisierungen, Inputs, Ideen, Zusammenarbeitsformen und Weiterentwicklungen festgehalten sowie Austausche zwischen den Teilnehmenden ermöglicht werden können. Beabsichtigt ist eine Diskussion mit allen Anwesenden – über die Grenze der Institutionen wie Professionen hinweg. Qualitäts-Werkstätte beinhalten damit keine klassischen Vorträge oder Präsentationen und beschreiten alternative Wege des Austausches.