Qualitäts-Werkstatt in Bern

Konkurrenz oder Ergänzung? Am 2. November 2017 findet eine weitere Qualitäts-Werkstatt zum Thema "Staatlicher versus privater Kindesschutz" in Bern statt.

KESB Bern, Weltpoststrasse 5, 3000 Bern 15

Donnerstag, 02. November. 2017
17:30 - 19:00 Uhr

“Staatlicher versus privater Kindesschutz – Konkurrenz, sinnvolle Ergänzung oder sich gegenseitig bereichernde Koexistenz?” Im Kontext einer sich immer stärker entwickelnden „Sozialindustrie“ sieht sich staatlicher Kindesschutz einem wachsenden privaten Kindesschutz gegenüber. Diese Entwicklungen werfen Fragen danach auf, wie privater und staatlicher Kindesschutz zueinanderstehen. Stehen sie in Konkurrenz, ergänzen sie sich sinnvoll oder ist vielmehr von einer sich gegenseitig bereichernden Koexistenz auszugehen? Es bedarf einer Auslotung nicht delegierbarer Staatsaufgaben im Kindesschutz und gerechtfertigter Durchbrechungen des staatlichen Monopols hoheitlichen Handelns und damit einer Diskussion darüber, in welchen Bereichen private Organisationen sinnvoll sind. Des Weiteren gilt es zu klären, wie sich die steigenden Kosten mit Auslagerung von Aufgaben an Private mit den Sparbemühungen im Sozialbereich legitimieren lassen und inwieweit ein erstarkender privater Kindesschutz staatliche Regulierungen (Aufsicht, Bewilligungspflichten, Regelungen zur Preisgestaltung etc.) erfordert.    Letztlich    steht    die    Frage    im    Raum:    Wohin    führt    uns    die „Sozialindustrialisierung“ und zu welchem Preis?

Anlässlich der Qualitäts-Werkstatt sollen nach jeweils zwei kontroversen Kurzinputs diese und weitergehende Fragen mit den Anwesenden diskutiert werden.

Inputgeber:

Charlotte Christener-Trechsel, Präsidentin KESB Bern
Markus Spicher, Geschäftsleiter und Mitinhaber SOLOKES (GmbH für Kindes- und Erwachsenenschutzmandate)
Moderation: Andrea Hauri und Daniel Rosch

Anmeldung: bitte bis spätestens 2. Oktober mit unterstehendem Anmeldeformular.
Kosten: keine

Qualitäts-Werkstätten
Bei den Qualitäts-Werkstätten handelt es sich um thematisch ausgerichtete, klein gehaltene, kostenlose Fachveranstaltungen für die Praxis, die halbjährlich in unterschiedlichen Regionen der deutsch- und der französischsprachigen Schweiz durchgeführt werden.

Form
Die Inputgeber bilden mit Ihren mündlichen Kurzinputs eine fundierte Grundlage, damit die Anliegen und Fragen der maximal 25-30 Teilnehmenden zum betreffenden Thema gesammelt, spontane Kontextualisierungen, Inputs, Ideen, Zusammenarbeits- formen und Weiterentwicklungen festgehalten sowie Austausche zwischen den Teilnehmenden ermöglicht werden können. Die Qualitäts-Werkstätten beinhalten damit keine klassischen Vorträge oder Präsentationen.

Die IGQK
Die Interessengemeinschaft für Qualität im Kindesschutz (IGQK) ist der Weiterentwicklung und Sicherung von Qualität im Kindesschutz und einer an den Grundbedürfnissen und Rechten von Kindern orientierten Praxis verpflichtet. Sie schafft Gelegenheiten, Anlässe und Gefässe, die es erlauben, die unterschiedlichen disziplinären und professionellen Logiken, und die verschiedenen Institutionen und Organisationen, die im Kindesschutz miteinander verflochten sind, unter dem Gesichtspunkt der Weiterentwicklung und Sicherung von Qualität aufeinander zu beziehen. Sie will kontinuierlich Angebote zur Pflege des interdisziplinären und interinstitutionellen Austauschs und des Austauschs zwischen Wissenschaft, Fachverwaltung und Fachpraxis schaffen. Sie will einerseits einen Beitrag zur Verständigung zwischen den im Kindesschutz tätigen Professionen und Organisationen leisten. Anderseits will sie zum Aufbau und zur Pflege einer Kultur der Achtsamkeit, Fehleroffenheit und Zuverlässigkeit im Kindesschutz beitragen. Die Interessengemeinschaft für Qualität im Kindesschutz verfolgt die Vision eines qualitativ hochwertigen und professionalisierten Kindesschutzes. Er trägt nachhaltig zur Reduktion von Kindeswohlgefährdungen bei, verhütet diese nach Möglichkeit im Kern und wird nach geltendem Recht und Gesetz sowie nach dem neuesten Stand der Wissenschaft praktiziert wird